Phosphorrückgewinnung und Kreislaufwirtschaft: Thüringen realisiert moderne Klärschlammverwertung
Europäischer Rahmen: Phosphorrecycling wird Standard
Mit verbindlichen Regelungen in der Schweiz, Deutschland und seit 2024 auch in Österreich etabliert sich die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm als europäischer Standard. Ziel ist die Sicherung eines kritischen Rohstoffs für die Landwirtschaft und die Reduktion der Importabhängigkeit innerhalb der Europäische Union.

Ausgangslage: Neue gesetzliche Anforderungen an die Klärschlammverwertung
Durch die Klärschlammverordnung von 2017 wurde die stoffliche Verwertung von Klärschlamm weiter eingeschränkt und für größere Klärschlammerzeuger die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung eingeführt. Vor diesem Hintergrund gründeten 19 öffentlich-rechtliche Thüringer Aufgabenträger Anfang 2021 den KKT Zweckverband zur kommunalen Klärschlammverwertung Thüringen. Ziel des Zweckverbandes ist die Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Verwertungsstrategie für kommunalen Klärschlamm.
Projektallianz für ganzheitliche Umsetzung von Planung bis Finanzierung
Die technische Konzeption und die Machbarkeitsuntersuchungen wurden durch das Ingenieurbüro Born & Ermel als Teil einer integrierten Projektpartnerschaft entwickelt. Auf dieser Grundlage wird das Vorhaben nun durch die Allianz KWI-IPRO-Born & Ermel gemeinsam realisiert. In dieser Allianz bündeln die KWI Engineers GmbH, die IPROconsult GmbH und Born & Ermel ihre Kompetenzen, um die Klärschlamm-Verwertungsanlage durchgängig von der Planung über die Errichtung bis hin zur strukturierten Finanzierung umzusetzen.

Standortentscheidung und Anlagenkonzept in Ronneburg
2023 erwarb der KKT ein Grundstück im Industrie- und Gewerbepark Ronneburg Ost in unmittelbarer Nähe der Autobahn A4, auf dem eine kompakte Monoklärschlamm-Verwertungsanlage entstehen soll. Geplant sind Anlieferbunker, Klärschlammtrocknung, Fördertechnik, Monoverbrennung, Rauchgasreinigung sowie ein integriertes Betriebs- und Sozialgebäude.
Bürgerbeteiligung als integraler Bestandteil der Projektentwicklung
Begleitend zum technischen Planungsprozess initiierte der KKT 2024 mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei einen Bürgerdialog, der durch das nexus-Institut moderiert wurde. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden geprüft und – soweit technisch und rechtlich möglich – in die Entwurfsplanung integriert.
Zeitplan für Realisierung und Inbetriebnahme
Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für etwa 2030.
